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Bürgerinfobroschüre Waldshut-Tiengen 2014

GESCHICHTE 4 Stadtteil Waldshut (341m ü. NHN) Rudolf von Habsburg erbaute Anfang des 13. Jhds. die Festung Waldshut zum Schutz seiner Erblande. Die Stadt, mit reichen Privilegien ausgestattet, entwik- kelte sich rasch und wurde Sitz des Waldvogts der oberen vorderösterreichischen Verwaltungsbehörde. Um 1415 verweigerte sie König Sigismund den Gehor- sam und verzichtete darauf, Reichsstadt zu werden. 1468 belagerten 16000 Eidgenossen die Stadt. Der Friede kam nach sechs Wochen zustande, so dass Waldshut nicht eingenommen und zerstört wurde. Die Stadt und der Südschwarzwald entzogen sich damit dem Griff der Eidgenossen. In Erinnerung an das glückliche Ende der Belagerung 1468 wird alljährlich die Waldshuter Chilbi gefeiert, ein großes Heimatfest, das immer am dritten Sonntag im August begangen wird, und zu dem Tausende Besu- cher, auch aus der Schweiz kommen. Träger der Walds- huter Chilbi, in deren Mittelpunkt ein Dankgottes- dienst steht, ist die Junggesellenschaft 1468, eine der ältesten Zünfte Deutschlands, auch die Schützenge- sellschaft Waldshut ist ein mit der Stadt Waldshut von altersher verbundener Verein. Im Festzug an der Chilbi wird immer ein Schafsbock mitgeführt, von dem die Überlieferung sagt, dass die Waldshuter Junggesellen bei der Verteidigung der Stadt 1468, als die Not am größten war, einen Schafsbock über die Stadtmauer zu den Schweizern warfen, um ihnen zu zeigen, dass die Eidgenossen an ein Aushungern der Stadt nicht zu denken bräuchten. Im Mittelalter wurden viele Stiftungen gegründet; die bedeutendste ist das Spital im Jahr 1411, auf die das heutige Krankenhaus zurückgeht. Es wird inzwischen als gemeinnütige GmbH immer noch von der Stiftung verwaltet. 1524/25 schloss sich Waldshut dem Bauernkrieg und der Reformation an. In der Stadt weilten Thomas Münzer und Balthasar Hubmaier. Waldshut musste sich jedoch bald wieder Österreich unterwerfen und verlor viele Privilegien, die es nach und nach zurückerhielt. 1633 wurde Waldshut dreimal von den Schweden und den kaiserli- chen Truppen erobert und erlitt in jenen Jahren schwere Schäden. 1727 bis 1748 erhoben sich die Bauern des Waldvogtelgebietes in den Salpetererkriegen gegen das Haus Österreich und bela- gerten mehrmals die Regierungsstadt Waldshut. 1803 er- folgte die Loslösung vom Haus Habsburg und der An- schluss an das Land Baden. Der Kreissitz wurde 1973 durch die Bildung des Großkreises Waldshut erneut bestätigt. Im gleichen Jahr wurde Waldshut durch Beschluss des Landtages Baden-Württemberg auch Sitz des Regionalverbandes Hochrhein. An sehenswerten Gebäuden seien genannt: Historische Altstadt, Oberes und Unteres Tor, barockes Rathaus, Alte Metzig mit Museum, Greiffeneggschlössle, frühere Waldvogtei, Hexenturm, Turm „Luginsland“, katholische Stadtkirche, Gottesackerkapelle, Seltenbachbrücke mit Brückenfiguren. Zum 1. Januar 1975 wurde aus den Städten Waldshut und Tiengen und aus der Gemeinde Gurtweil die neue Stadt Waldshut-Tiengen gebildet. Eschbach, Indlekofen, Oberalpfen und Waldkirch (heute Gaiß-Waldkirch und Schmit- zingen) wurden am 1. Juli 1971 in die bisherige Stadt Waldshut sowie Breitenfeld und Detzeln am 1. Januar 1971, Aichen (heute Aichen-Gu- tenburg) und Krenkingen am 1. Juli 1974 in die bisherige Stadt Tiengen eingegliedert.

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